Infos zu Smart Metering

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende hat die bestehenden Regeln für das Messwesen im Strom- und Gasbereich grundlegend geändert. Mit dem Gesetz wurde die rechtliche Grundlage für den Rollout von modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen geschaffen. Kern des Artikelgesetzes ist das neue Messstellenbetriebsgesetz (MsbG). Es ist am 2. September 2016 in Kraft getreten und bündelt die Vorgaben zur Messung und zum Messstellenbetrieb.

Dem Verbraucher soll hiermit jederzeit ein Einblick über seinen aktuellen Energieverbrauch möglich werden. Das Ziel dabei ist: Wer genau weiß, wann er wie viel Strom verbraucht, weiß auch, wo er einsparen kann. Das ist dann nicht nur gut für den eigenen Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt.

Nachfolgend finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen zum Thema „Smart Metering“:

„Smart Meter“ und „intelligenter Zähler“, was ist der Unterschied?

Bei digitalen Stromzählern handelt es sich um moderne Messeinrichtungen, welche sukzessive die herkömmlichen analogen Ferraris-Zähler ersetzen werden. Sie können mit einem Kommunikationsmodul ausgestattet werden, das Daten zum Stromanbieter und Endverbraucher überträgt. Erst mit dem Kommunikationsmodul wird der digitale Stromzähler zum Smart Meter.

Welche Funktionen hat ein intelligenter Zähler und worin unterscheiden sich diese von einem bisherigen Ferraris-Zähler?

Ein intelligenter Zähler kann sowohl Verbrauchs- als auch Leistungswerte erfassen und diese direkt am Zähler digital darstellen. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, den Verbrauch der zurückliegenden 24 Stunden, der letzten Woche sowie des letzten Monats zu visualisieren. An einem Ferrariszähler lässt sich lediglich der Zählerstand ablesen.

Wie spart ein intelligenter Zähler Strom und Geld?

Der intelligente Zähler als Gerät spart selbst keinen Strom. Allerdings kann man mit Hilfe seiner Funktionen und einer kostenpflichtigen Software den eigenen Stromverbrauch visualisieren, analysieren und somit eventuell verborgene Stromfresser (zum Beispiel ein alter Kühlschrank) identifizieren.

Bekommt jeder Kunde einen intelligenten Zähler?

Die Messstellenbetreiber (in der Regel die örtlichen Netzbetreiber) müssen innerhalb bestimmter Fristen für den Einbau intelligenter Messsysteme bei ihren Stromkunden sorgen. Doch es betrifft nicht alle Kunden im gleichen Maße. Seit 24. Februar 2020 müssen die neuen Stromzähler sukzessive bei folgenden Kundengruppen eingebaut werden:

  • Private Haushalte mit hohem Stromverbrauch (mehr als 6.000 Kilowattstunden im Jahr): Maßgeblich ist der Durchschnitt der letzten 3 Verbrauchsjahre. Unterhalb dieser Grenze ist der Einbau von Smart Metern optional.
  • Ab Herbst 2020: Bei Anlagen zur Eigenstromerzeugung (zum Beispiel Photovoltaikanlagen) mit Nennleistung über 7 Kilowatt. Unterhalb dieser Grenze ist die Umrüstung für den Messstellenbetreiber optional.
  • Ab Herbst 2020: Privathaushalte mit steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (zum Beispiel Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe). Die Pflicht gilt allerdings nur, wenn auch eine Steuerung der Einrichtung mit dem Netzbetreiber vereinbart wurde.

Wichtig: Auch wenn Ihr Haushalt nicht zu denen gehört, für die ein Smart Meter eingebaut werden muss, werden alle Haushalte in Deutschland künftig mit einem modernen digitalen Zähler (ohne Kommunikationsmodul) ausgestattet. Diese Umrüstung soll laut dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende bis 2032 flächendeckend erfolgen. Bei allen Neubauten oder umfangreichen Renovierungen müssen Messstellenbetreiber sofort moderne Messeinrichtungen einbauen.